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„Disrupt“ lässt sich wörtlich übersetzen mit Sprengen, Spalten oder Zerstören. Es ging den Machern der Konferenz Techcrunch Disrupt bei der Namensgebung um Ideen mit einer gewissen Sprengkraft. Komisch: Clayten Christensen, Harvard-Professor und Erfinder des Begriffs „disruptive Innovation“, hielt die Taxi-App Uber bei der diesjährigen Konferenz in San Francisco nicht für „disruptive“. Vielleicht glaubt er ja nicht an einen nachhaltigen Erfolg des kalifornischen Unternehmens, das mit seinem Ridesharing-Modell gerade dabei ist, die gesamte Taxi-Branche auf den Kopf zu stellen. Jeden Monat heuert es weltweit  – mit teils äußerst zweifelhaften Methoden – 50.000 neue Fahrer an und hat jede Menge Klagen und Verbote am Hals, die es weitgehend ignoriert. Uber-Chef Travis Kalanick ließ auf der TC Disrupt zwar anklingen, dass Uber in Zukunft weniger aggressiv auftreten und nach gut vier Jahren langsam seine „Mitte“ und „Balance“ finden müsse. Für die neue Image-Kampagne hat er eigens den früheren Wahlkampfmanager von Barack Obama angeheuert. Doch man kann getrost davon ausgehen, dass Kalanick an seinem Geschäftsgebaren erstmals nichts ändern wird. Das Verbot in Deutschland tat er locker ab und verwies darauf, dass Uber in Europa so stark wachse wie nirgendwo sonst. Und sprach dann lieber vom vielversprechenden Wachstumsmarkt China.

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 Die Nachwuchs-Startups auf dem Konferenz-„Battlefield“ hatten andere Sorgen. Zum sechsten Mal stellten sich dieses Mal in San Francisco gut 30 Teams den Juroren. Prominentester Gewinner der TC Disrupt war bislang die Cloud-Anwendung Dropbox. Die diesjährigen Teilnehmer hatten sich offensichtlich zum Ziel gesetzt, die letzten, noch existierenden Geschäftsfelder aufzuspüren, für die es noch keine Alternative aus dem Silicon Valley gibt. In die Endrunde kamen eine App, über die jeder Nachbar zum potenziellen Haushaltshelfer wird, eine App, mit der man Autoteile abfotografieren und bestellen kann, eine Plattform, mit der man für seine Firma Datenanalysen erstellen kann, eine App zum Buchen von Schiffsspeditionen, eine App zur Steuerung von intelligenten Glühbirnen, und ein Gerät, mit dem man ein altes Auto mit diversen Dienstleistungs-Apps verknüpfen kann. Zum Publikumsliebling gekürt wurde übrigens eine App zum Buchen von Fischerboot-Touren. Am Ende entschied sich die Jury für die Haushaltshilfen- Plattform Alfred.

Das Sprengkraft-Potenzial wird sich erst noch zeigen.  PR-mäßig hat sich die Konferenz aber allemal gelohnt für die Nachwuchs-Startups.

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